Deutsche führen vor Japanern in der Solarherstellung
Seit einiger Zeit ist kein Asiat mehr an der Spitze des umkämpften Solarmarktes. Die deutsche Firma Q- Cells hat sich bedeutende Marktanteile sichern können. Die drei größten Hersteller Sharp, Sanyo und Kyocera bemühen sich nun, wieder die Führung des Weltmarktes zurück zu erobern.
Durch geschickte Einkäufe des Rohstoffs Silizium, gelang es Q- Cells, sich einen gewaltigen Vorsprung zu den Konkurrenten herauszuarbeiten, da die Kosten so um ein Vielfaches niedriger gehalten werden konnten.
Der Solarzellenmarkt soll laut Experten zukünftig je 40% pro Jahr wachsen. Auch Sharp erwartet einen Wachstum von 150 Mrd Yen für die hauseigene Photovoltaiksparte. Der Konzern hat erkannt, dass große Kapazitäten im europäischen Markt liegen und will deshalb zusätzliche Herstellungskapazitäten für Dünnschichtsolarzellen mit einer 360 Megawatt Kapazität schaffen. Hauptstandort bleibt jedoch weiterhin das japanische Sakai. Der Vorteil an diesem Standort ist die Nähe zu einer Produktion für Flüssigkristallanzeigen für Fernseher. Beide Herstellungen haben fast identische erste Produktionsschritte, die sich für Einsparungen anbieten.
Dünnschicht- Solarzellen haben auf dem Markt ein enormes Potenzial. Sie benötigen viel weniger des Rohstoffes Silizium und arbeiten gerade in sonnigen Ländern sehr effizient. Die Siliziumvorräte sind auf der Erde ausreichend vorhanden, nur die Produktionskapazitäten sind beschränkt. Hauptabnehmer sind Firmen der Halbleiterindustrie. Daher zögern die Siliziumhersteller noch, die Kapazitäten zu erhöhen. Bei der nächsten Flaute in der Chip- Branche würden sonst die Anlagen leer stehen.
Q- Cells hat es durch langfristige Verträge aber geschafft, sich einen guten Preis für Silizium zu sichern und konnte so den Vorsprung auf die Wettbewerber ausbauen.
Bei Dünnschichtsolarzellen spielt der Siliziumpreis spielt als Kostenfaktor jedoch keine so große Rolle mehr, da hierfür nur noch ein Hundertstel der Menge benötigt wird.
Deshalb investieren jetzt auch Unternehmen wie zum Beispiel Sanyo in diese Technik. Neue Entwicklungszentren wurden eigens für den Dünnschichtaufbau eröffnet. Bis 2011 sind bei Sanyo rund 80 Mrd Yen für die Zwischentechnik HIT eingeplant. Auch Sanyo konzentriert sich in Zukunft vor allem auf den deutschen Markt, da dieser großzügige Einspeisgarantien bietet.
Kritiker wie der Sharp- Vorstand Herr Hamano meinen jedoch, dass man Q- Cells nicht mit den großen japanischen Firmen vergleichen könne. Die deutsche Firma stelle lediglich Zellen her, Sharp & Co. besäßen jedoch die komplette Wertschöpfungskette vom Rohstoff bis hin zum Modul. Den Vorsprung der Deutschen sähe man also ganz gelassen, da dieser gar nicht in der Realität seiner Branche existiere.