Das ist die Vision von Dünnschicht-Solarzellen: Solarstrom, der allgegenwärtig ist weil er billig ist. Die grundlegende Technik gibt es schon seit Jahrzehnten, aber in diesem Jahr ist die industrielle Produktion durch die Fertigungstechnik der Firma Nanosolar aus dem Silicon Valley Realität geworden.
Stellen Sie sich ein Solarpanel ohne das Panel vor. Nur eine Beschichtung, eine dünne Schicht Farbe, die Licht in Strom umwandelt. Daraus können Sie eine Dachbeschichtung mit Schindeln aus Solarzellen bauen, oder Fassaden und Fensterbeschichtungen herstellen, die scheinbar den Strom aus der Luft saugen. Solche solarbetriebene Gebäude funktionieren nicht nur im sonnigen Süd-Kalifornien, sondern auch in China oder Indien oder Kenia, denn auch in diesen Ländern ist Sonnenenergie billiger als Strom aus Kohle.
Das Unternehmen produziert seine PowerSheet Solarzellen mit Druckerpressen, die eine Schicht von Solarabsorbierender Nano-Tinte auf Bleche aufträgt, die so dünn sind wie Alufolie. So lassen sich die Platten für etwa ein Zehntel der Kosten aktueller Solarzellen und mit einer Geschwindigkeit von mehreren hundert Metern pro Minute herstellen. Mit Rückendeckung der Google Gründer und 20 Millionen Dollar vom US-Department of Energy hat Nanosolar dieses Jahr bereits die ersten kommerziellen Zellen aus den Pressen rollen lassen.
Die Herstellungskosten sind seit jeher eines der größten Probleme bei der Herstellung von Solarsystemen. Traditionell erfordern Solarzellen Silizium und das ist verhältnismäßig teuer. (derzeit spricht man noch von einem weltweiten Silizium-Mangel)
Hinzu kommt das bis Zu 70 % des Silizium beim Herstellungsprozess verschwendet werden. Das bedeutet, dass selbst die billigsten Solarzellen zur Zeit in der Herstellung etwa 2 Euro pro Watt Energie kosten . Um im Wettbewerb mit Kohle mithalten zu können dürften die Produktionskosten aber höchstens 70 Eurocent betragen.
Die Firma Nanosolar kommt bei der Produktion Ihrer PowerSheet Solarzellen auf einen sensationellen Herstellungspreis von ca. 30 Eurocent pro Watt. Dieser Preis wird möglich, da man für diese Art Solarzellen kein Silizium benötigt.
In San Jose, Californien, hat Nanosolar mit der Installation der weltweit größten Fertigungsanlage für Solarzellen begonnen und will Anfang nächsten Jahres bei Start der vollen Produktionskapazität Zellen für ca. 430 Megawatt pro Jahr fertigen.
Das ist mehr als die Summe aller anderen Solarfabriken der USA zusammen.
Die ersten 100000 gefertigten Solarzellen sollen per Schiff nach Europa geliefert werden, wo ein Konsortium schon mit den Vorbereitungen für ein 1,4 Megawatt Kraftwerk begonnen hat.
Die größte Herausforderung für die Nanosolar ist zur Zeit nicht die Funktionalität der Produkte, sondern die Lieferfähigkeit. In Kalifornien beispielsweise ist die Nachfrage extrem gestiegen, da vor kurzem ein Steuervergünstigungsprogramm für 1 Millionen Solardächer für die nächsten 10 Jahren aufgelegt wurde.
Diese Technik wird die Welt verändern. Plötzlich ist Strom aus Sonnenenergie lokal, einfach und preiswerter verfügbar als der Strom der bisherigen industriellen Stromerzeuger und Anbieter.