Sonnenenergie

Der stark wachsende Markt der Solarenergie ist durch sein großes Potenzial für viele verschiedene Geschäftfelder interessant geworden.

Nun haben auch Veredler von Flachglas diesen Absatzmarkt für sich entdeckt. Eine Idee spielt dabei die größte Rolle: Man will über 300 Millionen veraltete Fenster in Deutschland durch neue, energiesparende ersetzen. Die Glas- und Fensterhersteller sehen darin ein Riesengeschäft und begründen ihr Vorhaben unter anderem durch neue Energieeinsparungsvorschriften.

Die vier größten Flachglashersteller NSG (Pilkington) und Ashi aus Japan, sowie Saint Gobain aus Frankreich und Guardian aus den USA bestimmen zu zwei Dritteln die Produktion des gesamten Weltmarktes Dieser wächst jährlich um 4,5 Prozent
Die hergestellten Produkte werden dann von Flachglasveredlern für die Solar-, Bau- oder Autoindustrie weiterverarbeitet. 2006 erzielten die Flachglasveredler laut Statistischen Bundesamt so rund drei Mrd. Euro Umsatz. 2007 ist der Umsatz weitgehende konstant geblieben, trotz des Einbruchs im Wohnungsbau. Jochen Grönengräs vom Bundesverband Flachglas meint jedoch: „Allerdings ist beim Isolierglas ein Rückganz von ca.6,5 Prozent zu verzeichnen.“ Man solle Isolierglasfenster in der 2009 anstehenden Änderung der Energiesparverordnung, mehr berücksichtigen, um so die einen Einbau attraktiv zu machen!

Glas sei in der Lage, so Grönegräs, durch die Nutzung der Solarenergie den Heizungswärmeverbrauch direkt zu senken, ganz im Gegensatz zu Dächern oder Wänden.
Durch die tiefstehende Sonne, im Frühling oder Herbst, werden die einfallenden Sonnenstrahlen vom Glas selbst, in Wärme umgewandelt! Dieses geschieht bereits bei Energiesparhäusern.
Im gesättigten Markt der Bauindustrie ergeben sich nur durch neue Regulierungen, wie Lärm- Brand- oder Wärmeschutz, neue Wachstumspotenziale.

Die jedoch noch relativ kleine Flachglassparte der Solarglashersteller hat ein riesiges Wachstumspotenzial. Der Markt boomt und somit wollen auch viele Investoren einsteigen.
So baut zum Beispiel die Firma Interfloat aus Liechtenstein für 50Mio Euro ein ehemaliges Fernsehglaswerk im brandenburgischen Tschernitz zu einem Werk für Solarglas um. Im Septmber beginnt die Produktion, für die rund 140 Mitarbeiter beschäftigt wurden. Die bewusste Standortwahl ist auf einen entscheidenden Vorteil zurückzuführen: Von hier aus ist es möglich, rund 80 Prozent der deutschen Solarindustrie in einem Umkreis von 150 km zu erreichen, so Ulrich Frei, Geschäftführer der Firma Interfloat. Das Unternehmen steigt so, neben Saint Gobain und Centrosolar, in die Top-3 der Solarglashersteller auf.

Der Trend zeigt, dass mehr und mehr Flachglasveredler nun auch ihr eigenes Glas herstellen wollen. „Das sehen die 4 großen Hersteller gelassen.“ betont Jochen Grönengräs.